Ein Gedanke zum Sonntag – Erfrischendes Wasser in meinem Alltag

Wasser – wenig ist so wichtig im Alltag wie dieses Element. Und es kann sogar daran erinnern, wie gut Gott ist. Gedanken dazu von der stv. Chefredakteurin Rebekka Schmidt.
Unsplash / Giorgio Trovato
Wir brauchen jeden Tag frisches Wasser (Symbolbild)

Wer eine intensive Sporteinheit hinter sich hat oder einfach an einem sehr heissen Tag nach Hause kommt, weiss: Nichts ist so wertvoll wie ein Glas mit frischem kalten Wasser. Nichts erfrischt bei heftigem Durst so gut wie Wasser mit einem Schuss Zitrone oder einem Hauch Minze…

Wie sehr wir auf Wasser angewiesen sind, merke ich erst, wenn bei uns zu Hause mal das Wasser abgeschaltet wird, was hier in meiner Wahlheimat Ecuador ab und an vorkommt. Wird man vorher darauf hingewiesen, müssen sämtliche Eimer, Töpfe und Gefässe als Wasservorrat herhalten – weiss man es vorher nicht, wird Kochen, Abwaschen, Putzen und der einfache Gang zur Toilette recht mühsam…

Wasser in der Bibel

Vielleicht ist das der Grund, weshalb das Wasser auch in der Bibel eine so zentrale Rolle einnimmt: 517 Mal kommt das Wort in der Lutherbibel vor, das Wort «Quelle» immerhin 34 Mal. Und der Vergleich zwischen einer sprudelnden Quelle und Gott selbst zieht sich ebenfalls durch die ganze Bibel. «Denn du bist die Quelle – alles Leben strömt aus dir. In deinem Licht sehen wir das wahre Licht.» (Psalm, Kapitel 36, Vers 10); «Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder Durst bekommen. Dieses Wasser wird in ihm zu einer nie versiegenden Quelle, die ewiges Leben schenkt.» (Johannes, Kapitel 4, Vers 14); «Allen Durstigen werde ich Wasser aus der Quelle des Lebens schenken.» (Offenbarung, Kapitel 21, Vers 6b) Und das sind nur ein paar Beispiele…

Warum reagieren wir nicht?

Das klingt alles sehr erfrischend: lebendiges Wasser, Quelle des Lebens, keinen Durst mehr – warum laufe ich dann nicht sofort zu dieser Quelle, wenn ich Durst habe? Wieso suche ich trotz allem, was ich weiss, doch oft Rat und Antworten an anderer Stelle, anstatt bei meinem himmlischen Vater?

Schon das Volk Israel hatte dasselbe Problem, das damals der Prophet Jeremia ansprach: «Denn mein Volk hat eine doppelte Sünde begangen: Erst haben sie mich verlassen, die Quelle mit Leben spendendem Wasser, und dann haben sie sich rissige Zisternen ausgehauen, die überhaupt kein Wasser halten.» (Jeremia, Kapitel 2, Vers 13) Eigentlich echt blöd, wenn man statt des frischen Wassers abgestandenes Regenwasser in Zisternen vorzieht, das nicht nur geschmacklich und hygienisch sehr fraglich ist, sondern auch mit der Zeit in der Erde versickert. Vielleicht reagierte das Volk Israel so, weil Gott ihnen nicht sofort Antworten schickte, wenn sie es erwarteten? Oder weil sie in einen Gewohnheitstrott fielen? Vielleicht sehnten sie sich nach einem Gott, den sie sehen und anfassen konnten? Oder er geriet einfach in Vergessenheit, weil sie lange nichts von ihm hörten?

Wenn ich an meine Gründe denke, weshalb Gott nicht immer meine Lebensquelle ist, wird es eigentlich noch unverständlicher, denn heute können wir durch so viele Kanäle von Gott hören, sei es durch die Bibel, durch (Online-)Predigten, im Gespräch mit befreundeten Christen… Ja, Gottes Antworten lassen oft auf sich warten, aber ich weiss doch, wie er mir in der Vergangenheit geholfen hat. Und ich weiss auch, dass sein Wasser viel erfrischender ist als all die Ersatzquellen, die ich mir schaffen kann…

Ein praktischer Tipp

Ich möchte das Wasser, mit dem ich ja ständig im Alltag in Berührung komme, in Zukunft als Erinnerung wahrnehmen, dass Gott meine Quelle sein möchte. Eine Quelle, die nicht nur mich erfrischt, sondern durch die ich auch für andere zum Segen sein kann. Dann löscht ein kaltes Glas Wasser mit einem Schuss Zitrone nicht nur meinen Durst, sondern erinnert mich daran, dass Gott mich liebt, dass er meine Situation unter Kontrolle hat und dass er mich versorgt.

Dieser Artikel erschien im November 2022 auf Jesus.ch

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